Rahmenprogramm 2011

Montag 14. November 19.30 Uhr Runder Saal

Öffentlicher Auftakt zum Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 2011

IN DEN BESTEN JAHREN

Vierzig Jahre ist es her, dass der Polizist Anton Welves bei einer Verkehrskontrolle von einem Terroristen erschossen wurde. Seine Frau Erika ist nie darüber hinweggekommen, zumal der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurde – im Gegenteil: Weil er sich als Kronzeuge zur Verfügung stellte, deckte und schützte ihn der Staat, verschaffte ihm eine neue Identität. Für Erika Welves ein schreiendes Unrecht. Wo sich der Mörder ihres Mannes aufhält, will ihr niemand sagen. Sicher ist nur, dass für ihn ein neues Leben in Freiheit begann, während sie sich nicht von dem Schrecken der Vergangenheit lösen konnte. Als sie mit Hilfe eines Journalisten eine Spur des Mörders findet, macht sie sich erneut auf die Suche.

 

Dienstag 15. November 19.30 Uhr Runder Saal

Zum Gedenken an Oliver Storz

Der Filmemacher Oliver Storz war bis ins hohe Alter aktiv, drehte Filme und schrieb Bücher. In seinem ruhigen und eindringlichen Erzählstil setzte er sich in seinen Filmen differenziert und ohne jedes Klischee mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit auseinander. Für seinen Film Gegen Ende der Nacht mit Karoline Eichhorn, Stefan Kurth und Bruno Ganz in den Hauptrollen erhielt er 1998 auf dem Fernsehfilm-Festival Baden-Baden den 3sat Zuschauerpreis und 1999 den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Oliver Storz starb am 6. Juli 2011 in seinem  Heimatort Deining bei München.

Gezeigt wird ein Ausschnitt aus Dominik Grafs Porträt über Oliver Storz, den Martina Zöllner, Leiterin der SWR-Hauptabteilung Kultur Fernsehen, präsentiert.  Anschließend erinnern sich im Gespräch Georg Althammer, Brigitte Ditthard und Klaus Doldinger an den großen Regisseur.

 

Mittwoch 16. November 19.30 Uhr Runder Saal

SWR2 Forum beim Fernsehfilm-Festival BADEN-BADEN

PODIUMSDISKUSSION

EPISCH GLOTZEN – Wie erzählt das Fernsehen?

Es diskutieren:
  • Ulrich Peltzer - Schriftsteller und Drehbuchautor
  • Hans Steinbichler - Regisseur
  • Klaudia Wick - Fernsehkritikerin

Gesprächsleitung: Karsten Umlauf

Sie heißen Lost, The Wire oder Mad Men. Amerikanische TV-Serien haben schon seit längerem den deutschen Markt erobert. Und das nicht mit einem üppigen Staraufgebot und Action-Geballer. Sondern mit Handlungen, die sich langsam und über viele Folgen entwickeln. Mit Charakteren, die tiefenscharf und abgründig gezeichnet werden. Dazu anspielungsreiche Dialoge, direkt und geistreich. Manche Rezensenten sehen darin den „Roman des 21. Jahrhunderts“ – zumindest eine neue Erzählform, von der auch Fernsehfilme profitieren könnten. Kann sich das deutsche Fernsehen an diesem amerikanischen Format orientieren? Die ARD hat zuletzt mit dem Filmexperiment Dreileben einen Versuch gestartet, der beim großen Publikum nicht ankam. Welche neuen dramaturgischen Möglichkeiten ergeben sich aus dem Erfolg der DVD-Reihen?

 

Donnerstag 17. November 20.30 Uhr Runder Saal

MFG-Star: Vorführung des Gewinnerfilms 2010

Oliver Kienle
Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung

Hier ist eine überbordende Fantasie am Werk, die kein Risiko scheut, die – um ein ehrwürdiges Fußballbild zu
strapazieren – dahin geht, wo es weh tut. Ein grandioses Darstellerensemble, angeführt von Jacob Matschenz und Burak Yigit. Kamera, Schnitt, Musik, Sounddesign sind „State of the Art“, auf der Höhe der Zeit, mit diesen Worten begründete der Juror Hans-Christian Blumenberg seine Wahl für den MFG-Star 2010.

Tommy muss sich nach harter Erfahrung im Knast wieder in einer Welt zurechtfinden, die sich sehr verändert hat: Die Amerikaner sind weg, seine Jugendliebe Sinat hat einen Neuen und seine Mutter droht ihm mit Rausschmiss. Obwohl er sich geschworen hat, nie mehr ins Gefängnis zu kommen, findet er den einzigen Rückhalt bei Sule. Und der hat einen klaren Plan, um den Traum vom Tuningladen wahr werden zu lassen: Einen Deal im großen Stil.

 

Klappe 1/1

Schulprojekt in Baden-Baden

Woran erkennt man einen guten Film? Dieser Frage gehen die Schüler des Baden-Badener Gymnasiums Hohenbaden in einem Schulprojekt nach, das 2011 erstmals begleitend zum Fernsehfilm-Festival Baden-Baden stattfindet. Die Schüler der 10. bis 12. Klasse sehen sich bereits vor dem Festival die vier Produktionen an, die im Wettbewerb um den MFG-Star 2011 stehen.

Sie analysieren die Filme, sprechen mit den Filmemachern, treffen sich mit Journalisten sowie einer Produzentin und lernen in einem Workshop – mit Unterstützung des Jugendradios DASDING – Interviews mit den Filmemachern zu führen. Am Ende des Projektes schreiben die Schüler ihre Kritiken, von denen einige im Badischen Tagblatt veröffentlicht werden. Gemeinsam vergeben sie eine „Lobende Erwähnung“ für den Film, der ihnen am besten gefallen hat.