Begründung Sonderpreis für Regie 2017

an Julia von Heinz
für den Film "Katharina Luther" (MDR/ARD Degeto/BR/SWR)

In jedem Moment dieses Films spürt man eine Leidenschaft fürs Erzählen und die Lust am Gestalten. Schauspieler, Kamera, Kostüm-, Masken- und Szenenbild erschaffen gemeinsam mit großer Sorgfalt und Liebe für Details eine historische Welt, die einen starken Sog entwickelt.

Die Regisseurin und ihr Team finden eine sinnliche visuelle Erzählform, die aus dem diesjährigen Jahrgang heraussticht. Eine öffentlich-rechtliche Pflichtübung zum Reformationsjahr hätte man erwarten können – das Gegenteil ist passiert. Der Zuschauer wird mit einem Film über eine außergewöhnliche Frau beschenkt: Der Regisseurin gelingt es, die Figur der Katharina von Bora, deren Lebensumstände uns heute fremd sind, spannend für die Gegenwart zu erzählen. Der Film „Katharina Luther“ wird durch die Handschrift und Stilsicherheit der Regisseurin zu einer aufregenden Reise ins Spätmittelalter, die trotz eines ernst genommenen Bildungsauftrags vor allem eins schafft: uns zu unterhalten.

Der Sonderpreis für Regie geht an die Regisseurin Julia von Heinz.

Die Jury 2017
Bettina Reitz (Juryvorsitzende), Bettina Böttinger, Thea Dorn, Burghart Klaußner, Christian Schwochow