Begründung Darstellerpreis 2018

am 30. November 2018 

Einen Preis für die beste Darstellerin oder den besten Darsteller gibt es dieses Mal nicht. Stattdessen den für die beste Darstellerin und den besten Darsteller. Kein geteilter Preis, sondern ein doppelter für Elisa Schlott und Hassan Akkouch in dem Film „Fremde Tochter“.

Die Liebesgeschichte der 17-jährigen Lena mit dem jungen Moslem Farid ist für dessen Familie und Lenas Mutter unerträglich. Lena wird schwanger und will Farids Frau werden. Sie will ihm zuliebe seinen Glauben annehmen. Die Widerstände auf beiden Seiten verstärken nur Lenas Wunsch, aber ein Missverständnis unter vielen Missverständnissen zerstört sein Vertrauen zu ihr. Lena entschließt sich zur Abtreibung. Wir sind mit ihr in der Klinik, aber sie kehrt im letzten Moment um. Im Lift treffen die beiden wieder zusammen. 

So weit Momente der Geschichte, aber wie sie erzählt wird, ist besonders. Die jungen Liebenden prallen regelrecht aufeinander, ohne sich eigentlich zu kennen. Ihre Gegensätze zeigen sich aber sofort. Er ist in seinem Glauben unerschütterlich, ist in Lena altmodisch romantisch verliebt. Lena reißt den jungen Araber radikal und kompromisslos an sich. Sie ist immer in Bewegung, rennt gegen Hindernisse an und darüber, sie ist nicht aufzuhalten. Er hält inne und betet. 

Die beiden jungen Darsteller machen diesen kontrastierenden Parcours der Liebe durch alle Distanzen und Fallstricke der hinderlichen Kulturen zu einem intensiven Erlebnis und staunenswerten Kraftakt. 

Herzlichen Glückwunsch!

Die Jury 2018
Bettina Reitz (Juryvorsitzende), Julia von Heinz, Sandra Kegel, Oliver Kienle, Michael Verhoeven