Die Jury 2011

Michael Schmid-Ospach (Juryvorsitzender, 2011 erkrankt)

Foto: Heike Herbertz/ Filmstiftung NRW

Michael Schmid-Ospach, geb. 1949 in Heidelberg, ist Journalist und war bis März 2010 Geschäftsführer der Filmstiftung NRW. Schmid-Ospach studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Psychologie in Köln, bevor er Leiter des Feuilletons der Westdeutschen Rundschau in Wuppertal wurde.

Im Folgenden war er unter anderem Kritiker und leitender Redakteur bei epd, medienpolitischer Berater des damaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-SPD und NRW Ministerpräsidenten Heinz Kühn. Schmidt-Ospach hatte mehrere Positionen innerhalb des WDR inne. Er war Sprecher des WDR und der ARD, stellvertretender Fernsehdirektor, Leiter der „HA Zentrale Aufgaben“ und des Programmbereichs „Kultur und Wissenschaft“. Von 1998 bis 2001 moderierte er zudem das ARD-Magazin „Kulturweltspiegel“. Als ARD-Beauftragter des WDR gründete er zusammen mit Heinz Ungureit vom ZDF die ARTE/Cinéma-Gruppe zur Förderung des europäischen Films. Von 1992 bis 2001 war Schmidt-Ospach Vorsitzender des Aufsichtsrats der Filmstiftung NRW. Von 2001 bis 2010 übernahm er dort die Geschäftführung. 2006 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des ZDF-Aufsichtsrats gewählt, 2007 zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Adolf-Grimme-Instituts. Nach Lehraufträgen an mehreren deutschen Universitäten folgte 2006 die Ernennung zum Honorarprofessor.

Else Buschheuer

Foto: Corwin von Kuhwede

Die Schriftstellerin, Journalistin und Fernsehmoderatorin wurde 1965 in Eilenburg bei Leipzig geboren und wuchs in der DDR auf. Nach der Wende arbeitete sie als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen, später fürs Fernsehen. Bekannt wurde sie als Wetteransagerin bei n-tv, Pro7 und N24.

2000 erschien ihr erster Roman: „Ruf!Mich!An!“, es folgten „Masserberg" (2001 – verfilmt 2010), „Venus“ (2005) und „Der Koffer“ (2006). 2001 ging Else Buschheuer nach New York, wo sie bis 2005 lebte. In ihrem vielbeachteten Internet-Blog berichtete sie als Anwohnerin live von den Anschlägen vom 11. September.

Von 2005 bis 2006 gehörte sie zum Moderatorenteam der MDR-Talkshow „Riverboat“. Seit 2007 moderiert sie beim gleichen Sender das Kinomagazin „Kino Royal“. Im April 2009 schloss sie nach neun Jahren ihren Internet-Blog und ist seitdem auf Social Networks wie Twitter, Facebook und Google Plus aktiv. Sie lebt in Leipzig. Im Frühjahr 2012 erscheint ihr erstes Sachbuch: “Verrückt bleiben!”.

Martina Gedeck

Foto: Thomas Kost

Martina Gedeck absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardseminar der Universität der Künste Berlin. Sie spielte an verschiedenen deutschen Bühnen, u. a. am Schauspielhaus Hamburg, Theater am Turm, Frankfurt/M. und an den Kammerspielen, Hamburg. Gleichzeitig begann sie, Filme zu drehen. Ihr filmisches Schaffen umfasst Filme wie „Bella Martha“, „Elementarteilchen“ und „Das Leben der Anderen“, der 2007 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Auf der Bühne überzeugte sie zuletzt als „Harper Regan“ am Hamburger Schauspielhaus. Martina Gedeck wurde mit allen bedeutenden Film- und Fernsehpreisen geehrt.

Doris Metz (Juryvorsitz 2011 für den erkrankten Michael Schmid-Ospach)

Foto: Regina Schmeken

Die Regisseurin und Journalistin wurde 1960 in Oberstdorf/Allgäu geboren. Sie studierte Germanistik und Politik, absolvierte ein Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung und übernahm die Regie- und Produktionsassistenzen bei mehreren Spielfilmen. Ab 1989 arbeitete Doris Metz zehn Jahre lang als Redakteurin und Autorin bei der Süddeutschen Zeitung im Bereich Medien und Innenpolitik. Nach dem Mauerfall berichtete sie als Reporterin der Zeitung aus Sachsen und Thüringen.

Seit 1998 ist Doris Metz Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen: „Lesbos – Insel der Zehnten Muse“ (1998) wurde für den Grimme-Preis nominiert. „Die Wolfs – Eine deutsche Familiengeschichte“ (2000) widmet sich dem ehemaligen Spionage-Chef der DDR Markus Wolf und seiner Familie. „Alice & Ellen“ (2006) wirft einen Blick ins Alltagsleben der Kessler-Zwillinge. Mit „Bayreuther Festspiele“ (2007) gelingt ihr ein Porträt des Familienunternehmens Wagner und in „Kleine Eroberer“ (2009) geht sie den Kommunikationssprüngen von Kleinkindern nach. Mit „Schattenväter“, einem Film über die Söhne von Willy Brandt und Günter Guillaume, drehte sie 2005 ihren zweiten Kinofilm. Sie bereitet gerade ein Kinoprojekt mit dem Arbeitstitel “Born to be Wagner” vor.

Doris Metz war bereits mehrfach Jurorin beim Adolf-Grimme-Preis, der Duisburger Filmwoche, dem Münchner Dokumentarfilmfestival und dem Gerd-Ruge-Projekt-Stipendium.

Albert Ostermaier

Foto: privat

Der 1967 geborene Schriftsteller der in München lebt und arbeitet, ist vor allem als Lyriker und Dramatiker bekannt geworden. Seine Theaterstücke wurden von vielen namhaften Regisseuren inszeniert, u.a. von Andrea Breth und Martin Kusej. Er war Hausautor am Nationaltheater in Mannheim (Spielzeit 1996/1997), am Bayerischen Staatsschauspiel (Spielzeit 1999/2000) und am  Wiener Burgtheater (Spielzeit 2003-2009). Im Jahre 2010 war die Uraufführung der komisch-utopischen Oper „Die Tragödie des Teufels“ ein Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper in München in Zusammenarbeit mit dem ungarischen Komponisten Peter Eötvös. Aktuell ist der neue Roman  „Schwarze Sonne scheine“ im Suhrkamp Verlag erschienen und in 2011 werden zwei neue Stücke uraufgeführt. „Aufstand“ bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen und Luxemburg sowie „Halali“ im Bayerischen Staatsschauspiel.

Albert Ostermaier wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, u.a. mit dem Ernst-Toller-Preis, dem Kleist-Preis und zuletzt mit dem Bertolt-Brecht-Preis 2010 der Stadt Augsburg.

Weitere Informationen unter

www.albert-ostermaier.com

Noemi Schory

Foto: Privat

Die 1947 geborene Regisseurin und Filmproduzentin gilt als eine der wichtigsten Filmschaffenden Israels. 1988 gründeten Katriel und Noemi Schory die unabhängige Produktionsfirma Belfilms in Tel Aviv.

Seither hat Noemi Schory mehr als 50 Dokumentar- und Fernsehfilme für den israelischen und internationalen Markt produziert, darunter: „The Era of the Generals“ (2003), eine fünfteilige Serie über die israelischen Politiker Moshe Dayan, Yitzhak Rabin, Ariel Sharon, Golda Meir und Menachem Begin. In „Jerusalem Cuts“ (2008) wird die Bedeutung der Stadt Jerusalem im ersten Arabisch-Israelischen Krieg 1948 aus der britischen, der jüdischen und der palästinensischen Perspektive beleuchtet. „A Film Unfinished“ (2010) zeigt auf, dass lange Zeit als neutral gehandelte Aufnahmen der Nationalsozialisten im Warschauer Ghetto als inszeniertes Propagandamaterial anzusehen sind. Der Film wurde auf dem internationalen Filmfestival Jerusalem 2010 als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, gewann den 1. Preis beim Hot Docs Festival in Toronto und den Preis für bester Schnitt beim Sundance Film Festival. Im Rahmen der Berlinale wurde der Film im Panorama gezeigt.

Noemi Schory war Vizedirektorin der Second Authority for Television and Radio. Sie gehörte den Jurys verschiedener Filmfestivals an und unterrichtete Film und Fernsehen an der Tel Aviv University und der Sam Spiegel Film & Television School in Jerusalem. 2005 wurde sie zur Präsidentin von Input gewählt, der internationalen Organisation der öffentlichen Fernsehanstalten. Seit 2007 leitet sie die Filmabteilung des Beit Berl College. Noemi Schory hat für das Visual Center des Holocaust History Museums Yad Vashem an die 100 Kurzfilme mit Zeitzeugeninterviews gemacht.

MFG-JUROR Kai Wessel

Foto: Hagen Bogdanski

Der Film- und Fernsehregisseur wurde 1961 in Hamburg geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren stand er als Darsteller in Ottokar Runzes „Das Messer im Rücken“ (1975) vor der Kamera. Nach ersten Erfahrungen als Fotograf, Aufnahmeleiter, Kameramann und Regieassistent produzierte er ab 1983 die „Hamburger Wochenschauen“, die in Programmkinos der Hansestadt gezeigt wurden. Sein Regiedebüt gab er 1988 mit dem sozialkritischen Drama „Martha Jellneck", das für den Bundesfilmpreis nominiert wurde.

Neben Kinoproduktionen wie dem Familienfilm „Das Sommeralbum“ (1991), der Kinder-Detektiv-Geschichte „Die Spur der roten Fässer" (1996) oder dem Jugendfilm „Das Jahr der ersten Küsse" (2002) ist Wessel vor allem fürs Fernsehen tätig. Er inszenierte zahlreiche preisgekrönte TV-Produktionen, darunter die 12-teilige Fernsehserie „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“ (1999) über das Leben des jüdischen Intellektuellen in Nazi-Deutschland, die Hitler-Farce „Goebbels und Geduldig“ (2001) mit Ulrich Mühe. Das Psychodrama „Leben wäre schön" mit Dagmar Manzel wird mit zwei Grimme-Preise ausgezeichnet.

Im Jahr 2006 sorgt Kai Wessel mit dem Zweiteiler „Die Flucht“ über die Flucht deutscher Bürger aus Ostpreußen für Aufsehen. Anfang 2009 meldet sich Kai Wessel, der in Hamburg auch als Theaterregisseur tätig ist, auch als Kinoregisseur zurück: Seine Hildegard-Knef-Filmbiografie „Hilde“ mit Heike Makatsch wurde auf der Berlinale 2009 uraufgeführt.