Die Jury 2012

Michael Schmid-Ospach (Juryvorsitzender)

Foto: Heike Herbertz/ Filmstiftung NRW

Michael Schmid-Ospach, geb. 1949 in Heidelberg, ist Journalist und war bis März 2010 Geschäftsführer der Filmstiftung NRW. Schmid-Ospach studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Psychologie in Köln, bevor er Leiter des Feuilletons der Westdeutschen Rundschau in Wuppertal wurde.

Im Folgenden war er unter anderem Kritiker und leitender Redakteur bei epd, medienpolitischer Berater des damaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-SPD und NRW Ministerpräsidenten Heinz Kühn. Schmid-Ospach hatte mehrere Positionen innerhalb des WDR inne. Er war Sprecher des WDR und der ARD, stellvertretender Fernsehdirektor, Leiter der „HA Zentrale Aufgaben“ und des Programmbereichs „Kultur und Wissenschaft“. Von 1998 bis 2001 moderierte er zudem das ARD-Magazin „Kulturweltspiegel“. Als arte-Verantwortlicher des WDR gründete er zusammen mit Heinz Ungureit vom ZDF die ARTE/Cinéma-Gruppe zur Förderung des europäischen Films. Von 1992 bis 2001 war Schmid-Ospach Vorsitzender des Aufsichtsrats der Filmstiftung NRW. Von 2001 bis 2010 übernahm er dort die Geschäftsführung. 2006 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des ZDF-Fernsehrats gewählt. Nach Lehraufträgen an mehreren deutschen Universitäten folgte 2006 die Ernennung zum Honorarprofessor. 2012 wurde er in den Verwaltungsrat des ZDF gewählt und zum Vorsitzenden des Investitionsausschusses.

Rolf Bolwin (Deutscher Bühnenverein)

Foto: Natalie Bothur

Rolf Bolwin wurde am 5. Juli 1950 in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bonn Jura, Politische Wissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 1979 ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt in Bonn nieder. Da seine persönlichen Interessen stets den Medien und der Kunst galten, wechselte er 1982 als juristischer Referent zum Deutschlandfunk in Köln. Dort arbeitete er 10 Jahre, zuletzt als Leiter der Rechtsabteilung. 1992 wurde er Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, dem weit über 200 Theater sowie fast 100 Sinfonie- und Opernorchester angehören. In dieser Funktion kümmert er sich um die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Theater und Orchester. Hier geht es ihm darum, die Freiheit künstlerischen Schaffens zu bewahren sowie die gesellschaftspolitische Bedeutung städtischer Kultureinrichtungen deutlich zu machen. Seine Position erfordert deshalb eine detaillierte Befassung mit der künstlerischen Arbeit der Theater, vor allem seiner Darsteller und Regisseure. Dies gilt umso mehr als der Deutsche Bühnenverein, dem er in seiner Position vorsteht, auch Herausgeber des ältesten deutschen Theatermagazins ist, der Deutschen Bühne. 

Doris Metz

Foto: Regina Schmeken

Die Regisseurin und Journalistin wurde 1960 in Oberstdorf/Allgäu geboren. Sie studierte Germanistik und Politik, absolvierte ein Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung und übernahm die Regie- und Produktionsassistenzen bei mehreren Spielfilmen. Ab 1989 arbeitete Doris Metz zehn Jahre lang als Redakteurin und Autorin bei der Süddeutschen Zeitung im Bereich Medien und Innenpolitik. Nach dem Mauerfall berichtete sie als Reporterin der Zeitung aus Sachsen und Thüringen.

Seit 1998 ist Doris Metz Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen: „Lesbos – Insel der Zehnten Muse“ (1998) wurde für den Grimme-Preis nominiert. „Die Wolfs – Eine deutsche Familiengeschichte“ (2000) widmet sich dem ehemaligen Spionage-Chef der DDR Markus Wolf und seiner Familie. „Alice & Ellen“ (2006) wirft einen Blick ins Alltagsleben der Kessler-Zwillinge. Mit „Bayreuther Festspiele“ (2007) gelingt ihr ein Porträt des Familienunternehmens Wagner und in „Kleine Eroberer“ (2009) geht sie den Kommunikationssprüngen von Kleinkindern nach. Mit „Schattenväter“, einem Film über die Söhne von Willy Brandt und Günter Guillaume, drehte sie 2005 ihren zweiten Kinofilm.

Doris Metz war bereits mehrfach Jurorin beim Adolf-Grimme-Preis, der Duisburger Filmwoche, dem Münchner Dokumentarfilmfestival und dem Gerd-Ruge-Projekt-Stipendium. 2011 gehörte sie außerdem der Jury des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden an und übernahm dort in Vertretung des erkrankten Michael Schmid-Ospach den Juryvorsitz.

Diemut Roether

Foto: Privat

Die Journalistin wurde 1964 in Berlin geboren. Sie studierte Journalistik, Informationswissenschaften, Literaturwissenschaften und Geschichte an den Universitäten Dortmund und Madrid. Von 1993 bis 2000 arbeitete sie als Nachrichtenredakteurin bei Tagesschau und Tagesthemen. Ab 1995 lehrt sie auch als Dozentin bei verschiedenen Ausbildungseinrichtungen und Universitäten. Nach der  Veröffentlichung von „Die digitale Revolution findet (noch) nicht statt – Wie das elektronische Publizieren die Verlagsbranche verändert" trat sie 2002 ins Team Medien und Kultur bei epd medien ein. 2009 übernimmt sie dort die Leitung und wird Verantwortliche Redakteurin des Fachdienstes epd medien in der Frankfurter Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes.

Diemut Roether gilt als sehr engagierte Journalistin. 2001 wird sie mit dem Bert-Donepp-Preis des Grimme-Instituts ausgezeichnet. Sie habe, so die Begründung der Jury, „immer wieder ihre Stimme erhoben, klare Positionen bezogen und medienpublizistische Akzente gesetzt“, sie habe auch ein Gespür dafür, „wo man dem Medienbetrieb die Finger in die Wunden legt, wo man Rückgrat zeigen muss und wo man den bequemen Konsens aufkündigt“. So hat sie u.a. Qualitätsdebatten angestoßen, uneitle Interviews mit dem größtmöglichen Nutzwert für den Leser geführt, bissig kommentiert „und gelobt, wo es half“. Dietmut Roether nimmt Stellung zu aktuellen Themen, die sie mit großer Klarheit und einem unabhängigen Standpunkt kommentiert.

Natalia Wörner

Foto: A. Rentz

Die 1967 in Stuttgart geborene Schauspielerin studierte in New York Schauspiel an Lee Strasbergs Actors Studio. Zurück in Deutschland startete sie in ihrer ersten Kinorolle in Sherry Hormans „Frauen sind was Wunderbares“ durch. Noch im selben Jahr war sie in Dominik Grafs Actionthriller „Die Sieger“ zu sehen. Kurz darauf stand sie neben Gérard Depardieu in der internationalen Produktion „Die Maschine“ (1994) vor der Kamera.

In den folgenden Jahren arbeitete Natalia Wörner mit den renommiertesten deutschen Regisseuren zusammen. Ihr darstellerisches Können überzeugte in zahlreichen Kino- und TV-Filmen wie Friedemann Fromms „Zum Sterben schön“ (1997) oder dem hoch gelobten TV-Dreiteiler „Der Laden“ (1998).

Im Jahr 2000 wurde sie für ihre Rollen im Fernsehkrimi „Bella Block - Blinde Liebe“, bei dem sie auch am Drehbuch mitgearbeitet hatte, und in Vivian Naefes „Frauen lügen besser“ mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Seit 2006 ist Natalia Wörner als Ermittlerin in der jährlichen Krimireihe „Unter anderen Umständen“ als Komissarin zu sehen. Zahlreiche weitere Filme wie „Die Sturmflut“ über die Hamburger Flutkatastrophe" oder die Komödie "Miss Texas" folgten. Besondere Aufmerksamkeit erregte Natalia Wörner in einer der Hauptrollen bei der internationalen Verfilmung des weltbekannten Ken Follet Bestsellers "Die Säulen der Erde",welche zahllose Auszeichnungen erhielt. Zuletzt war die vielseitige Schauspielerin in der spannenden Romanverfilmung "Das Kindermädchen" oder dem schwäbischen Kinoerfolg „Die Kirche bleibt im Dorf“ zu sehen.

Neben der Schauspielerei ist sie auch Botschafterin für die Kindernothilfe e.V. und begleitet Projekte im In- und Ausland, um Kinder in ihrem eigenen Umfeld zu stärken und ihnen Mut und Perspektiven zurückzugeben.

Sönke Wortmann

Foto: Matthias Bothor

Der Film- und Fernsehregisseur wurde 1959 in Marl geboren. Nach dem Abitur strebt er zunächst eine Karriere als Profi-Fußballer an, die er jedoch trotz mancher Erfolge nach drei Jahren beendet. Er beginnt ein Soziologie-Studium, bewirbt sich aber schon bald mit Erfolg an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF).

Schon während des Studiums wird er mit "Drei D" (1988) für den Studenten-Oscar nominiert. Sein Langfilm-Debüt gibt Sönke Wortmann 1990 mit der preisgekrönten Fernsehkomödie „Eine Wahnsinnsehe“. Nach der erfolgreichen Komödie „Allein unter Frauen“ avancierte sein zweiter Kinofilm „Kleine Haie“ zum Publikumshit.

Seinen Ruf als neues deutsches Regie-Wunder bestätigt er mit „Der bewegte Mann“, einen der größten Kassenerfolge des deutschen Nachkriegsfilms. Die Komödie lockt über 6,5 Millionen Zuschauer in die Kinos und bekommt 1995 den Ernst-Lubitsch-Preis.

Mit „Das Wunder von Bern“ (2003) gelang Wortmann der nächste große Kinoerfolg. Das Epos über den WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft in Bern 1954 wurde 2004 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

Durch diesen Film zum deutschen Fußballfilm-Profi avanciert, darf Wortmann bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland das deutsche Nationalteam mit der Kamera durch das Turnier begleiten. Für den Dokumentarfilm „Deutschland. Ein Sommermärchen“ (2006), erhält er den Grimme-Preis. Es folgten seither die Großproduktion „Die Päpstin“ und „Das Hochzeitsvideo“.

MFG-JUROR Vivian Naefe

Foto: Kerstin Stelter

Die Film- und Fernsehregisseurin Vivian Naefe näherte sich dem Filmgeschäft zunächst von der journalistischen Seite: Nach dem Abitur besuchte sie zwischen 1975 und 1978 die Münchner Journalistenschule und studierte Theaterwissenschaften und Amerikanistik. Daneben arbeitete sie als Filmkritikerin und Reporterin unter anderem für die Münchner Abendzeitung und den „Stern“. Zu dieser Zeit moderierte Naefe außerdem die Kinosendung „Kino Kino“ für das Bayerische Fernsehen. 1978 begann sie ein Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, das sie 1982 mit der Komödie „Zuckerhut“ erfolgreich abschloss. Nach zahlreichen Fernsehfilmen landete Naefe 1992 mit „Meine Tochter gehört mir“ ihren ersten Kinoerfolg – der Film brachte der Hauptdarstellerin Barbara Auer einen Deutschen Filmpreis in Gold ein. Mit preisgekrönten Arbeiten wie „So schnell Du kannst“ und „Rache für mein totes Kind“ festigte sie ihren Ruf als publikumswirksame Regisseurin ambitionierter Unterhaltungsfilme, vor allem in den Bereichen der romantischen Komödie und des Beziehungsdramas.

1998 führte sie Regie bei der Kinokomödie „Zwei Frauen Zwei Männer“. 2006 gelang ihr mit der Kinderbuch-Verfilmung „Die wilden Hühner“ ein großer Kinoerfolg, an den sie 2007 mit der Fortsetzung "Die wilden Hühner und die Liebe" anknüpft. Mit der Minireihe „Der Doc und die Hexe“ drehte sie 2010 und 2011 wieder erfolgreiche Fernsehproduktionen. Ihr jüngster Film „Der Geschmack von Apfelkernen“ – nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Katharina Hagena – läuft im kommenden Jahr im Kino an.