Pressemitteilung, 25. November 2016

„DIE TÄTER- HEUTE IST NICHT ALLE TAGE“ GEWINNT FERNSEHFILMPREIS IN BADEN-BADEN

Der erste Teil der Trilogie über den NSU „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ gewinnt den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Baden-Baden. “Dank des präzise recherchierten und klug kondensierten Buchs, der konsequenten Regie und der gespenstischen Intensität der Hauptdarsteller entstehen schockierend lebendige Charakterstudien der handelnden Personen“, so die Erklärung der Jury. Mit dem Hauptpreis des diesjährigen Festivals werden für das Buch und die Regie von „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ Thomas Wendrich und Christian Schwochow ausgezeichnet sowie die Produzenten der ARD-Spielfilmtriologie „Mitten in Deutschland: NSU“ Gabriela Sperl, Max Wiedemann, Quirin Berg und Sophie von Uslar.

Der diesjährige Sonderpreis für herausragende darstellerische Leistungen wird an Jutta Hoffmann und Brigitte Hobmeier für ihr Schauspiel in „Ein Teil von uns“ (BR) vergeben. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Die beiden Darstellerinnen reiben sich in ihrem Duell, aufeinander zu und voneinander weg, gnadenlos auf. Wie sie sich wach und zerrend ineinander auflösen, wie laut sie schweigen können, das alles lässt den Zuschauer auf schmerzhafte Weise an diesen beiden geschädigten Leben teilnehmen.“

Mit einem Sonderpreis für das Drehbuch zu „Ein Teil von uns“ wird Esther Bernstorff ausgezeichnet. „Esther Bernstorff erzählt diese Geschichte ohne Sentimentalitäten; hier wird nichts geschönt“ lautet die Begründung der Jury.

„Diese Geschichte ist schmerzhaft, brutal, aber das Drehbuch lässt auch Raum für sprachlose Momente, weil es auf viele Fragen keine schlüssigen Antworten gibt.“

Zur Jury gehörten dieses Jahr unter dem Vorsitz von Bettina Reitz, Präsidentin der HFF München, die Journalistin und Moderatorin Bettina Böttinger, die Schriftstellerin und Essayistin Thea Dorn, der Schauspieler und Autor Dimitrij Schaad und der Theaterintendant Frank Baumbauer.

3sat-Zuschauerpreis
Die TV-Zuschauer vor den Bildschirmen stimmten für den Fernsehfilm „Ein Teil von uns“ (BR). Zeitgleich zum Wettbewerb in Baden-Baden strahlte 3sat alle 12 Wettbewerbsfilme aus. Die Zuschauer konnten eine Woche lang im Internet oder telefonisch ihre Stimme abgeben.

Der diesjährige Preis der Studentenjury geht ebenfalls an den Fernsehfilm von Christian Schwochow “Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ (SWR/ARD DEGETO/MDR) Die Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF begründen ihre Entscheidung mit: „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ ist eine Warnung. Am eigenen Leib erleben wir einen Prozess der Radikalisierung. Der Film macht Angst und fordert uns zu einer Debatte auf, die längst überfällig ist. Er reißt Mauern ein, statt bestehende Grenzen zu bestärken. Er zeigt auf, wie zerbrechlich die Freiheiten sind, auf denen unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Dieser Film ist ein Angriff, auf den wir reagieren müssen.“

Eine lobende Erwähnung erteilte die Studentenjury dem Film „Wenn Du wüsstest, wie schön es hier ist“ (ORF/ARTE).

Mit dem Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ wird der Drehbuchautor Günter Schütter ausgezeichnet. „Günter Schütter ist ein außergewöhnlich phantasievoller, wilder, scharfsinniger und gleichermaßen mit Talent wie Humor gesegneter Autor. Seine Arbeiten mit Dominik Graf, darunter der Tatort „Frau Bu lacht“ und der Polizeiruf 110 „Der scharlachrote Engel“, markieren Meilensteine des deutschen Fernsehfilms.“ begründet die Jury ihre Entscheidung.

Zu den bisherigen Preisträgern gehörten u.a. die Schauspielerin Senta Berger, der Schauspieler Matthias Brandt, die Regisseure Dominik Graf und Matti Geschonneck sowie der Musiker Klaus Doldinger.

Der Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik wird in diesem Jahr an die Nachwuchskomponisten Christoph M. Kaiser und Julian Maas für die Musik zu „Der Staat gegen Fritz Bauer“.

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