Pressemitteilung, 29. November 2019

„TATORT – FÜR IMMER UND DICH“ GEWINNT DEN FERNSEHFILMPREIS IN BADEN-BADEN

3SAT ZUSCHAUERPREIS GEHT AN „STUMME SCHREIE“

Baden-Baden. Der Fernsehfilm „Tatort – für immer und dich“ (SWR) gewinnt den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste beim FernsehfilmFestival in Baden-Baden. Die Begründung der Jury lautet: “Regisseurin Julia von Heinz und Drehbuchautor Magnus Vattrodt erzählen nah an den Figuren und psychologisch genau die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs – durchwoben von gegenseitiger Abhängigkeit und zunehmender Gewalt, aus der die junge Frau sich schließlich selbst befreien kann. Hervorragende schauspielerische Leistungen, eine Kamera, die Räume eröffnet, Kostüm und Ausstattung, Schnitt und Musik – alles trägt bei zu einem kongenialen und herausragenden Werk. Zudem zeigt der Film ganz nebenbei und selbstverständlich, dass wir in einer multiethnischen Gesellschaft leben.“

Zeitgleich zum Wettbewerb in Baden-Baden strahlte 3sat elf Wettbewerbsfilme aus. Nun haben die Zuschauer von 3sat entschieden: „Stumme Schreie“ (ZDF) gewinnt den 3sat Zuschauerpreis 2019. Die ZDF-Produktion behandelt das Thema Kindesmisshandlung ebenso einfühlsam wie packend. Unter der Regie von Johannes Fabrick und nach dem Buch von Thorsten Näter spielen Natalia Belitski, Juergen Maurer, Hanna Hilsdorf, Till Patz, Julius Nitschkoff u.a. 

Sonderpreise der Jury

Der diesjährige Sonderpreis für herausragende schauspielerische Leistungen wird Karl Markovics für seine Darstellung des Bürgermeisters Michael Unterguggenberger in „Das Wunder von Wörgl“ (ORF/BR/ARTE/SRF/RAI SÜDTIROL) verliehen. „Durch sein Spiel und seine Präsenz erhält der Film mit seinem eigentlich spröden und anspruchsvollen Thema einer alternativen Geldwirtschaft in Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1932 ein empathisches Zentrum, das seine Zuschauer*innen zu jeder Zeit auch zur inhaltliche Auseinandersetzung und gedanklichen Durchdringung animiert. Karl Markovics macht es uns spielerisch leicht, ohne es selbst leicht zu nehmen – im Gegenteil er spielt eben mit Leib und Seele,“ begründet die Jury. 

Mit einem Sonderpreis für herausragende künstlerische Leistungen wird Dietrich Brüggemann ausgezeichnet. „Mit Dietrich Brüggemann ehrt die Jury den gleichermaßen präzisen wie geistreichen Autor des Drehbuchs für den „Tatort – Murot und das Murmeltier“ (HR) – eine so intelligente wie spannende, gewitzt philosophische und spielerisch selbstreferentielle Zeitschleifengeiselnahmegeschichte, die durch die Darstellung der Routinen des Polizeifilmformats ebendieselben aufhebt. Sie ehrt die Regie, die dem Aberwitz der Vor- und Grundlage außergewöhnliche ästhetische Qualität abgewinnt; sie würdigt dabei auch die bis in kleinste Nebenrollen sorgsam überlegte Besetzung und sie ehrt nicht zuletzt den Komponisten, dessen vom HR Rundfunksinfonieorchester kongenial eingespielte Musik dem Film Rhythmus und tongewordene Struktur gibt.“

Zur Jury gehörten dieses Jahr unter dem Vorsitz der Medienmanagerin Christiane von Wahlert, die Fernsehkritikerin und Literaturwissenschaftlerin Heike Hupertz, der deutsch-türkische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent Mehmet Akif Büyükatalay, die Autorin und Regisseurin Simone Stevens, Geschäftsführerin der ifs internationale filmschule köln und der Hörspiel- und Theaterregisseur Leonhard Koppelmann an.

Der Studierendenpreis der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF geht an „einen herausragenden Film der uns mehrheitlich überzeugt hat und in einigen Punkten hoffnungsvoll stimmt, wenn wir an das deutschsprachige Fernsehen von Morgen denken. „Tatort – Murot und das Murmeltier“ (HR) schafft etwas, das öffentlich-rechtliche Produktionen viel zu selten gelingt: Eine Seherfahrung zu schaffen, die mitreißt und unterhält, die Tiefgang ohne pädagogische Überdeutlichkeit liefert und generationenübergreifend Zielgruppen anspricht“ begründen die Studierenden ihre Entscheidung.

Mit dem Hans Abich Preis, dem Ehrenpreis des Festivals, wird heute Abend die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Julia von Heinz für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ ausgezeichnet. Die Jury in ihrer Begründung: „Scheinbar mühelos wechselt sie zwischen Kino und TV, arbeitet fiktional oder dokumentarisch und überzeugt sowohl durch ihre Ausdrucksvielfalt als auch durch ihre präzise Gestaltungssicherheit.“

Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden im Internet www.fernsehfilmfestival.de

Der 3sat-Zuschauerpreis im Internet www.3sat.de/zuschauerpreis

 

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Das FernsehfilmFestival Baden-Baden ist eine Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und 3sat.