
Baden-Baden macht Fernsehen zum Nahsehen und es garantiert so die Zukunft des Fernsehfilms.
Festivalleiter Karl-Otto Saur, 2000 bis 2012
ab 18. November 2013
Kurhaus Baden-Baden,
Bel Etage
Kaiserallee 1
76530 Baden-Baden
Tel.: 07221 - 35 32 22
Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden findet 2013 unter der neuen Leitung der Fernsehkritikerin Klaudia Wick statt.
Vom 18. bis 22. November konkurrieren 12 Fernsehfilme um den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, zeitgleich zeigt 3sat die TV-Produktionen in seinem Programm. Die Fernsehzuschauer können ihren Favoriten für den 3sat-Zuschauerpreis im Internet oder per Telefon wählen. Darüber hinaus wird beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden auch der MFG-Star an einen Nachwuchsregisseur vergeben.
Die Wettbewerbsnominierungen für 2013 werden im September auf dieser Website bekanntgegeben; die Einreichungsbedingungen für die Filme können unter der gleichnamigen Rubrik auf dieser Website abgerufen werden.
Das Programmheft mit Programmablauf und Filmsynopsen wird im Oktober online und als Printversion veröffentlicht. Der Besuch des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden ist kostenlos; wir bitten jedoch um Anmeldung.
Der Fernsehfilmpreis 2012 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste geht an die ARD-Produktion „Das Meer am Morgen“ (ARTE, BR, NDR, SWR). Der Film erinnert an die Hinrichtung des 17jährigen Flugblattaktivisten Guy Môquet 1941 während der Besatzungszeit in Frankreich. Volker Schlöndorff (Regie und Drehbuch) wagt sich „auf subtile und intelligente Weise in die komplexe deutsch-französische Kriegs- und Kollaborationsrealität des Zweiten Weltkriegs“, so die Jury. Der Junge Guy Môquet war in der Bretagne in einem Straflager interniert, als in Nantes ein deutscher Offizier erschossen wurde. Zur Vergeltung ordnete Hitler die Exekution von 150 französischen Geiseln an. Die Massenhinrichtung hat der deutsche Offizier und Schriftsteller Ernst Jünger in seiner lang verschollenen Schrift „Zur Geiselfrage“ dokumentiert. Der Kino-Altmeister Volker Schlöndorff hat diesen Text als eine Quelle für seinen ersten Fernsehfilm genutzt. Der Film, so die Jury, habe eine europäische Seele. „Es ist eine minutiöse und unerbittliche Beobachtung einer Massenhinrichtung, an der der Zuschauer teilnimmt“, Schlöndorff durchdringe mit diesem Film das Medium Fernsehen und führe es an die Grenzen seiner inhaltlichen wie formalen Möglichkeiten.
Mit einem Preis für eine herausragende darstellerische Leistung in „Das unsichtbare Mädchen“ (ZDF/ARTE) wird Ulrich Noethen für seine Darstellung des skrupellosen Kommissars Michel ausgezeichnet. Das Kriminaldrama beruht auf den „Fall Peggy“ aus dem Jahr 2001: ein neunjähriges Mädchen war verschwunden, schnell wurde ein vermeintlicher Täter gefunden, der heute noch in der Psychiatrie ist. In der filmischen Umsetzung von Dominik Graf sichert Noethen als Kommissar Michel auf brutale Weise seinen Machtbereich. „Zwischen subtiler Bösartigkeit und brutaler Gewalt“ wechsle sein Spiel, hinzu komme die „grandiose physische Präsenz dieser Figur“, so die Jury in ihrer Begründung.
Ausgezeichnet mit einem Preis für Regie wird Stephan Wagner für „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF). Die Frage, ob die Androhung von Folter als letztes Mittel zur Rettung eines entführten Kindes angewandt werden darf, steht im Zentrum „dieses schnörkellosen, dokumentarisch wirkenden Films“, bei dem der Regisseur sich an vorliegende Protokolle und Gerichtsakten des authentischen Falls gehalten hat. Unaufgeregt und detailgetreu erzähle er die Geschichte nach und „macht aus der hochkomplizierten, spröden Abwägung zwischen unterschiedlichen Rechtsgütern einen packenden Film. Der Rechtsstaat, das macht dieses gelungene intellektuelle Wagestück deutlich, ist ein komplexes und fragiles Gebilde“, führt die Jury in ihrer Begründung aus.
Einen Preis für das Drehbuch für die ZDF-Produktion „Liebesjahre“ erhält Magnus Vattrodt. „Die Geschichte um die Räumung und den Verkauf des gemeinsamen Hauses eines seit Jahren geschiedenen Ehepaars macht Magnus Vattrodt mit seinem Drehbuch zu einem wunderbaren Kammerspiel für vier Personen“, deren Dialoge „intelligent, schnell und witzig, oft scharfsinnig und zugleich von besonderer Tiefe“ sind, so die Jury.
Zur Jury gehörten unter dem Vorsitz des langjährigen Geschäftsführers der Filmstiftung NRW Michael Schmid-Ospach, Rolf Bolwin, Direktor des Deutschen Bühnenvereins, die Regisseurin Doris Metz sowie die Leiterin von epd Medien Diemut Roether, die Schauspielerin Natalia Wörner und der Regisseur Sönke Wortmann .
Die WDR-Produktion „Der letzte schöne Tag" gewinnt den 3sat-Zuschauerpreis. Der Film über eine Familie, die nach dem Selbstmord von Ehefrau und Mutter mit Selbstvorwürfen und der Trauer weiterleben muss, konnte die meisten Stimmen der Zuschauer auf sich vereinigen. 3sat-Zuschauer konnten vom 17. bis 23. November die zwölf Wettbewerbs-Fernsehfilme sehen und per TED und im Internet ihren Favoriten wählen.
Der Nachwuchspreis MFG-Star der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg geht an den Regisseur Leo Khasin für "Kaddisch für einen Freund" (BR/WDR/ARTE). Der Film erzählt die Geschichte des 14-jährigen Palästinensers Ali, der als Flüchtling nach Berlin kommt und zusammen mit anderen arabischen Jugendlichen die Wohnung seines jüdisch-russischen Nachbarn verwüstet. Der alte Mann erkennt Ali bei der Flucht. Um dem Strafverfahren zu entgehen, sucht der Junge Kontakt zu dem älteren Mann. Eine potenziell konfliktgeladene Annäherung nimmt ihren Lauf. Alleinige Jurorin des MFG-Star ist die Film- und Fernsehregisseurin Vivian Naefe.
Mit dem Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ wird der Musiker Klaus Doldinger für seine Filmmusiken ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Filmproduzent Günter Rohrbach. Der 2004 ins Leben gerufenen Preis erinnert an den ehemaligen Programmdirektor der ARD Hans Abich. Mit Klaus Doldinger erhält erstmals ein Musiker diesen Preis.
Für die Musik zum Kinofilm „Sommer auf dem Land“ erhält der Komponist Daniel Sus den mit 10.000 Euro dotierten „Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik“ 2012. Die siebenköpfige Fachjury lobte „das gelungene Zusammenspiel von Bild, Rhythmus und Musik, die instrumentale Vielfalt und die durchgehende Stringenz der musikalischen Farbe“.
Die Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg vergeben ihren Preis ebenfalls an „Das Meer am Morgen“ (ARTE/BR/NDR/SWR).
Die Preisträger 2012 im Überblick
Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
DAS MEER AM MORGEN (ARTE/BR/NDR/SWR)
REGIE Volker Schlöndorff / BUCH Volker Schlöndorff / KAMERA Lubomir Bakchev / KOSTÜMBILD Agnès Noden / SZENENBILD Stéphane Makedonsky / SCHNITT Susanne Hartmann / MUSIK Bruno Coulais / MIT Léo-Paul Salmain, Ulrich Matthes, André Jung / PRODUKTION Provobis Gesellschaft für Film- und Fernsehen GmbH, Bruno Petit, Thomas Teubner / REDAKTION Isabelle Huige ARTE, Claudia Simionescu BR, Eric Fiedler NDR, Christine Strobl SWR, Michael Schmidl SWR, Manfred Hattendorf SWR
Preis für eine herausragende darstellerische Leistung an
ULRICH NOETHEN für seine Darstellung des Kommissars Michel
in „DAS UNSICHTBARE MÄDCHEN “ (ZDF/ARTE)
REGIE Dominik Graf / BUCH Friedrich Ani, Ina Jung / KAMERA Michael Wiesweg, Hendrik A. Kley / KOSTÜMBILD Barbara Grupp / SZENENBILD Claus Jürgen Pfeiffer / SCHNITT Claudia Wolscht / MUSIK Sven Rossenbach, Florian van Volxem / MIT Elmar Wepper, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld / PRODUKTION eine BurkertBareiss Produktion der Cinecentrum Berlin, Dagmar Rosenbauer, Gloria Burkert, Andreas Bareiss / REDAKTION Daniel Blum ZDF
Preis für Regie an
STEPHAN WAGNER für „DER FALL JAKOB VON METZLER“ (ZDF)
REGIE Stephan Wagner / BUCH Jochen Bitzer / KAMERA Thomas Benesch / KOSTÜMBILD Petra Kilian / SZENENBILD Thomas Franz / SCHNITT Gunnar Wanne-Eickel / MUSIK Ali N. Aski / MIT Robert Atzorn, Uwe Bohm, Johannes Allmayer / PRODUKTION teamWorx Television & Film GmbH, Nico Hofmann, Benjamin Benedict / REDAKTION Caroline von Senden, Katharina Dufner ZDF
Preis für Drehbuch an
MAGNUS VATTRODT für „LIEBESJAHRE“ (ZDF)
REGIE Matti Geschonneck / BUCH Magnus Vattrodt / KAMERA Carl-Friedrich Koschnick / KOSTÜMBILD Anneke Troost / SZENENBILD Naomi Schenck / SCHNITT Karola Mittelstädt / MUSIK Florian Tessloff / MIT Iris Berben, Peter Simonischeck, Nina Kunzendorf, Axel Milberg / PRODUKTION Moovie - the Art of Entertainment GmbH, Oliver Berben / REDAKTION Daniel Blum ZDF
Die Jury 2012
Michael Schmid-Ospach, Juryvorsitz und langjähriger Geschäftsführer der Filmstiftung NRW / Rolf Bolwin, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins / Doris Metz, Regisseurin / Diemut Roether, Leiterin epd Medien / Natalia Wörner, Schauspielerin / Sönke Wortmann, Regisseur.
3sat-Zuschauerpreis:
DER LETZTE SCHÖNE TAG (WDR)
REGIE Johannes Fabrick / BUCH Dorothee Schön / KAMERA Helmut Pirnat / KOSTÜMBILD Barbara Grupp / SZENENBILD Thilo Mengler / SCHNITT Monika Abspacher / MUSIK Oli Biehler / MIT Wotan Wilke Möhring, Matilda Merkel, Nick Julius Schuck / PRODUKTION Hager Moss Film GmbH, Kirsten Hager / REDAKTION Anke Krause, Götz Schmedes WDR
MFG-Star Nachwuchspreis
KADDISCH FÜR EINEN FREUND (BR/WDR/ARTE)
REGIE Leo Khasin / BUCH Leo Khasin / KAMERA Mathias Schöningh / KOSTÜMBILD Tina Keimel-Sorge / SZENENBILD Maximilian Lange, Olivier Meidinger / SCHNITT Horst Reiter / MUSIK Dieter Schleip, Fabian Römer / MIT Ryszard Ronczewski, Neil Belakhdar, Sanam Afrashteh / PRODUKTION SiMa Film, Sigrid und Martin Bach GbR, Martin Bach / REDAKTION Lucia Keuter WDR, Jochen M. Randig WDR, Birgit Metz BR, Georg Steinert ARTE
Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm” an
KLAUS DOLDINGER
Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik an
den Komponisten DANIEL SUS für die Musik zum Kinofilm „Sommer auf dem Land“. Der alle zwei Jahre vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Preis der Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg
DAS MEER AM MORGEN (ARTE, BR,NDR,SWR)
Das Auswahlverfahren für die Wettbewerbsfilme 2012 ist abgeschlossen:
12 Fernsehfilme werden vom 20. bis 23. November um den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Baden-Baden konkurrieren. Bei 3sat sind die Filme bereits ab dem 17. November im Rahmen des 3sat-Zuschauerpreises – jeweils täglich um 20.15 Uhr und 22.25 Uhr – zu sehen. Diesjährige Patin für den 3sat-Zuschauerpreis ist die Schauspielerin Anna Thalbach.
Eröffnet wird das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden am 19. November mit einer Premiere, gezeigt werden zwei Folgen der ZDF-Produktion „Verbrechen“.
Der Wettbewerb
Ab dem
20. November sind folgende TV-Filme für den Wettbewerb nominiert:
Die
Jury des Wettbewerbs
Unter
dem Vorsitz von Michael Schmid-Ospach gehören in diesem Jahr Rolf Bolwin
(Deutscher Bühnenverein), die Regisseurin Doris Metz sowie die Leiterin von epd
Medien Dietmut Roether, die Schauspielerin Natalia Wörner und der Regisseur
Sönke Wortmann zur Jury.
Der MFG-Star
Am 23.
November widmet sich das Programm dem Nachwuchs: zu sehen sind Debüt- oder
Zweitfilme von vier jungen Regisseuren, die für den Nachwuchspreis
MFG-Star nominiert sind.
Alleinige Jurorin für den MFG-Star ist die Regisseurin Vivian Naefe.
Die Auswahl für den MFG-Star 2012:
Das Rahmenprogramm
Zum
Festival gibt es wie jedes Jahr ein vielfältiges Rahmenprogramm: Am 20 November findet ein Abend für Karl-Otto Saur statt, der in diesem Jahr das Festival nach 13 Jahren zum letzten Mal leitet. Darüber hinaus wird an den Hörspiel-Pionier, Freund und engagierten
Förderer des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden Hermann Naber sowie an
die Schauspielerin Susanne Lothar erinnnert. Die Mimin ist auf dem
Festival in einer ihrer letzten Rollen im "Polizeiruf - Die
Gurkenkönigin" zu sehen. Das Schulprojekt Klappe 1/2 geht 2012 in die zweite Runde. Schüler sichten bereits vor dem
Festival die MFG-Filme und erörtern in einem Workshop die Frage „Woran erkennt
man einen guten Film?“.
Die Preisverleihung
Seinen
feierlichen Abschluss findet das Fernsehfilm-Festival am Abend des 23. November mit der Preisverleihung: Neben den Fernsehfilmpreisen der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem
3sat-Zuschauerpreis wird auch in diesem Jahr wieder der MFG-Star, der Hans
Abich Preis für „herausragende Verdienste um den Fernsehfilm“ sowie der Rolf-Hans
Müller Preis für Filmmusik vergeben.