Die Gewinner 2010

„Frühling im Herbst“ gewinnt den Fernsehfilmpreis 2010 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Mit „Frühling im Herbst“ gewinnt erstmals eine Produktion des Schweizer Fernsehens den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Baden-Baden. Die romantische Komödie (Buch & Regie: Petra Volpe) über die verwitwete Bäckerin Leni und den jungen argentinischen Tanzlehrer Toni im 1000-Seelen-Dorf im Aargau überzeugte die Jury unter dem Vorsitz von Michael Schmid-Ospach. Petra Volpe zeige eine kleine Welt, die groß in ihren Menschen ist, so in ihrer Begründung. „Ihr Film ist aufregend in seiner Unaufgeregtheit, seiner Poesie des zweiten Blicks, der Zärtlichkeit, mit der die Figuren nicht auf den Arm, sondern an die Hand genommen werden.“

Mit einem Sonderpreis für ihre herausragende schauspielerische Leistung wird Nina Kunzendorf für ihre Darstellung der Polizistin Anja in der ARD-Produktion des Bayrischen Rundfunks „In aller Stille“ (Regie: Rainer Kaufmann / Buch: Ariela Bogenberger) geehrt. Der Film erzählt den Fall eines misshandelten und getöteten Jungen in einer bayrischen Gemeinde. Die in Trennung lebende Mutter zweier Kinder und Polizistin Anja übernimmt die Ermittlungen und gerät dabei an die Grenze ihrer persönlichen Ängste. „Wenn wir Nina Kunzendorf beobachten, spüren wir, dass da immer noch mehr ist, als das, was sie zeigt. Sie lässt uns das Unsichtbaren hinter dem Offensichtlichen erahnen, das Unerhörte im Gehörten“, heißt es dazu in der Jurybegründung.

Einen Sonderpreis für das beste Drehbuch wird an Ariela Bogenberger für „In aller Stille“ (BR) vergeben, der laut Jury ein Drehbuch gelungen sei, das „durch seine Poesie und Präzision besticht. Seismographisch zeichnet sie die Erschütterung in den Seelen und Leben ihrer Protagonisten auf, die Atemnot des Unausgesprochenen, die Beschädigungen der Biographien von Menschen, die nicht aus ihrer Haut können, aber unter die Haut gehen in ihrer Not.“

Zur diesjährigen Jury gehörten unter dem Vorsitz des ehemaligen Geschäftsführers der Filmstiftung NRW Michael Schmid-Ospach, Rolf Bolwin vom Deutschen Bühnenverein, der Autor Albert Ostermaier, die Schauspielerin Maria Schrader, der Regisseur Michael Verhoeven und die Leiterin für Hörspiel und Akustische Kunst beim WDR Martina Müller-Wallraf.

Der 3sat-Zuschauerpreis geht 2010 an „Live is Life – Die Spätzünder“ (ORF/SWR). Die Komödie über die Senioren-Rockband „Rocco und seine Herzschrittmacher“ in einem Altenheim wurde von den Zuschauern des Kulturprogramms zu ihrem Favoriten gewählt. 3sat hat die 12 nominierten Fernsehfilme parallel zum Festival ausgestrahlt. Die Zuschauer konnten telefonisch oder im Internet abstimmen.

„Frühling im Herbst“ erhält auch den Preis der Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Auf die Liebeskomödie reagierte der Filmnachwuchs mit einem Liebesgedicht für „diese feinfühlige und lebensbejahende Geschichte“.

Der Nachwuchsregisseur Oliver Kienle wird mit dem MFG-Star für „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ (SWR) ausgezeichnet. Alleiniger Juror für den Nachwuchspreis, der für ein Erstlings- oder Zweitlingswerk, verliehen wird, war der Regisseur und Autor Hans-Christoph Blumenberg.

Der Preisträger erhält ein 3-monatiges Stipendium für einen Aufenthalt in der VILLA AURORA in Pacific Palisades (L.A. / Kalifornien).

Mit dem Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ wird Matti Geschonneck geehrt. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur hat u.a. „Die Nachrichten“ (2004) und „Angst hat eine kalte Hand“ (1995) inszeniert, für den er 1996 den Spezialpreis (Regie) der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste erhielt. Für die ZDF-Produktion „Entführt“ (2008) wurde er in diesem Jahr mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Laudator ist der ehemalige Leiter des ZDF-Fernsehspiels Hans Janke, der 2008 mit dem Hans Abich Preis ausgezeichnet wurde. Der 2004 ins Leben gerufenen Preis erinnert an den ehemaligen Programmdirektor der ARD Hans Abich.

Der mit 10.000 Euro dotierte Rolf-Hans-Müller-Preis geht an den Komponisten Rainer Bartesch für die Filmmusik zum Allgäukrimi "Erntedank“ (im Auftrag des Bayrischen Rundfunks).

Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden ist eine Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und 3sat.

 

Die Preisträger 2010 im Überblick

Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:

Frühling im Herbst (SF)

Buch und Regie: Petra Volpe / Darsteller: Therese Affolter, Pablo Aquilar, Hanspeter Müller-Drossaart u.a. / Produktion: Zodiac Pictures, Lukas Hobi, Reto Schaerli / Redaktion: Lilian Räber SF

Sonderpreis für herausragende schauspielerische Leistung:

Nina Kunzendorf

für Ihre Darstellung der Polizistin Anja in der ARD-Produktion des Bayrischen Rundfunks „In aller Stille“ (BR)

Regie: Rainer Kaufmann / Buch: Ariela Bogenberger / Darsteller: Nina Kunzendorf, Michael Fitz, Michael A. Grimm u.a. / Produktion: sperl + schott film (Gabriela Sperl, Sophie von Uslar) / Redaktion: Bettina Reitz BR, Bettina Ricklefs BR

Sonderpreis für das beste Drehbuch:

Ariela Bogenberger

für das Buch zu „In aller Stille“ (BR)

Filmdaten s.o.

3sat-Zuschauerpreis:

Live is Life – Die Spätzünder (ORF/SWR)

Regie: Wolfgang Murnberger / Buch: Uli Brée / Darsteller: Jan Josef Liefers, Ursula Strauss, Joachim Fuchsberger u.a. / Produktion: DOR Film (Kurt Stocker, Danny Krausz) / Redaktion: Klaus Lintschinger ORF, Manfred Hattendorf SWR

MFG-Star Nachwuchspreis:

Oliver Kienle

für „Bis aufs Blut _ Brüder auf Bewährung“ (SWR)

Regie: Oliver Kienle / Buch: Oliver Kienle / Darsteller: Jacob Matschenz, Burak Yigit, Manuellsen u.a. / Produktion: CP Medien (Petra Opett) / Redaktion:  Stefanie Groß SWR

Hans Abich Preis:

Matti Geschonneck, Regisseur

Rolf-Hans-Müller Preis:

Rainer Bartesch für seine Filmmusik zu "Erntedank" (BR) .

Preis der Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg

Frühling im Herbst (SF)

Buch und Regie: Petra Volpe / Darsteller: Therese Affolter, Pablo Aquilar, Hanspeter Müller-Drossaart u.a. / Produktion: Zodiac Pictures, Lukas Hobi, Reto Schaerli / Redaktion: Lilian Räber SF