Preisträger 2011

Der Fernsehfilmpreis 2011 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste geht an das Cyber-Mobbing-Drama „Homevideo“ (ARTE / NDR / BR). Das Fernsehspiel von Jan Braren (Buch) und Kilian Riedhoff (Regie) führe ins „Mark der Gegenwart, der Verletzbarkeit des Individuums in der grenzenlosen mediatisierten Welt“. Wie eine gegenwärtige griechische Tragödie spule sich das Schicksal des 15jährigen Gymnasiasten Jakob ab. Radikal und konsequent sei der Film, ein starkes und mutiges Fernsehen auf der Höhe der Zeit, wie die Jury in ihrer einstimmig getroffenen Entscheidung den Preis begründet.

Mit einem Sonderpreis für eine herausragende Komödie wird die Schweizer Produktion „Vater, unser Wille geschehe“ (SRF) ausgezeichnet. Der „schräge, warmherzige, quicklebendige Heimatfilm“ um den ins Wachkoma gefallenen Pfarrer Peter Aebi, seine Familie, die Dorfgemeinschaft und einen wundergläubigen Finnen im Kanton Thurgau überzeugte die Jury. Das Drehbuch von Martin Maurer treffe bei aller Kompliziertheit eines „so komplexen Themas wie Sterbehilfe einen Ton, der sozusagen von innen heraus lächele“, wie es in der Jurybegründung heißt.

Einen Sonderpreis für eine herausragende Literaturverfilmung erhält „Kasimir und Karoline“ (ZDFkultur / ARTE). Regisseur Ben von Grafenstein und Drehbuchautor Michael Klette radikalisieren Ödon von Horváths Stück in einer zeitgenössischen Verfilmung und lassen das größte deutsche Volksfest zum Schauplatz der Handlung werden. „Kasimir und Karoline spielt nicht nur auf dem Oktoberfest, es ist wie das Oktoberfest“, so die Jury. Der Film, „der fast nichts gekostet hat, aber uns zeigt, was das Leben kostet, wie wir dafür bezahlen müssen, wie der, der nicht kaufen kann, gekauft wird, wie ihm der Schneid abgekauft wird, wie ein Leben und eine Liebe zum Schnäppchen werden, weil die Geilen zu geizig sind, das Glück zu teilen.“

Für seine herausragende schauspielerische Leistung in der BR-Produktion „Polizeiruf 110 – Denn sie wissen nicht, was sie tun“ wird Matthias Brandt für seine Darstellung des Kommissars Hanns von Meuffels ausgezeichnet. „Matthias Brandt weiß, was er tut und was er nicht tut“. Er ist ein Ausnahmeschauspieler, der dem Publikum Sehkraft schenkt und an einen Zuschauer auf Augenhöhe glaubt“.

Einen Sonderpreis für eine innovative und stilbildende Kameraarbeit erhält Benedict Neuenfels für seine „seismographische Bildsprache“ in den Filmen “Homevideo” und “Die fremde Familie“ (BR), “Seine Kameraästhetik ist immer einen inhaltliche, das Äußere ein Spiegel der Innenräume.“

Wie der Fernsehfilmpreis geht auch der 3sat-Zuschauerpreis an die Produktion „Homevideo“. Seit 2006 entscheiden sich damit die TV-Zuschauer und die Jury wieder für denselben Film.

Mit dem Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ wird Senta Berger ausgezeichnet. Die Laudatio hält die Schaupielerin Christiane Paul. Der 2004 ins Leben gerufenen Preis erinnert an den ehemaligen Programmdirektor der ARD Hans Abich. Mit Senta Berger erhält erstmals eine Schauspielerin den Preis.

Die Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg vergeben ihren Preis ebenfalls an "Homevideo"

 

Die Preisträger 2011 im Überblick 

Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste

Homevideo (ARTE /  NDR / BR)

REGIE: Kilian Riedhof / BUCH: Jan Braren / KAMERA: Benedict Neuenfels / KOSTÜMBILD: Ivana Milos / SZENENBILD: Martin Schreiber / DARSTELLER: Jonas Nay, Wotan / Wilke Möhring / Nicole Marischka u.a. PRODUKTION: TeamWorx / Christian Granderath, Benjamin Benedict, Lucia Staubach REDAKTION: Jeanette Würl (†) NDR / Claudia Simionescu BR / Andreas Schreitmüller ARTE

 

Sonderpreis für eine herausragende Komödie

Vater, unser Wille geschehe (SRF)  

REGIE: Robert Ralston BUCH: Martin Maurer KAMERA: Benjamin Dernbecher KOSTÜMBILD: Sabin Groeflin SZENENBILD: Su Erdt DARSTELLER: Charlotte Schwab, Martin Rapold, Marie Leuenberger, Roland Bonjour u.a. PRODUKTION: Hugofilm (Christian Davi, Christof Neracher, Thomas Thümena) REDAKTION: Peter Studhalter, Stefan Hoffmann SF

 

Sonderpreis für eine herausragende Literaturverfilmung

Kasimir und Karoline (ZDFkultur / ARTE)

REGIE: Ben von Grafenstein BUCH: Michael Klette KAMERA: Ralf Noack KOSTÜMBILD: Barbara Schwarz SZENENBILD: Markus Dicklhuber DARSTELLER: Golo Euler, Christina Hecke, Robert Gwisdek, Esther Kuhn, Max Tidof u.a. PRODUKTION: Schiwago Film (Martin Lehwald) REDAKTION: Wolfgang Bergmann, Meike Klingenberg ZDFkultur

 

Sonderpreis für eine herausragende schauspielerische Leistung

in dem Polizeiruf 110 „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ (BR) an:

Matthias Brandt

REGIE: Hans Steinbichler BUCH: Christian Jeltsch KAMERA: Bella Halben KOSTÜMBILD: Caroline Sattler SZENENBILD: Heike Lange DARSTELLER: Matthias Brandt, Anna Maria Sturm, Markus Böker, Karin Breece u.a. PRODUKTION: Claussen + Wöbke + Putz, Jakob Claussen, Uli Putz REDAKTION: Cornelia Ackers BR

 

Sonderpreis für eine innovative und stilbildende Kameraarbeit

in den Filmen “Homevideo” (ARTE / NDR / BR ) und “Die fremde Familie“(BR) an:

Benedict Neuenfels

Infos zu „Homevideo“ s.o. und

„Die fremde Familie“ (BR)

REGIE: Stefan Krohmer BUCH: Daniel Nocke KAMERA: Benedict Neuenfels KOSTÜMBILD: Silke Sommer SZENENBILD: Silke Fischer, Volko Kamensky DARSTELLER: Katja Riemann, Thomas Sarbacher, Fritz Schediwy, Katharina Nesytowa u.a. PRODUKTION:  Bavaria Fernsehproduktion (Bea Schmidt) REDAKTION: Bettina Reitz, Bettina Ricklefs BR 


3sat-Zuschauerpreis:

Homevideo (ARTE / NDR / BR)

Infos s.o.

 

MFG-Star Nachwuchspreis

David Wnendt für Kriegerin (ZDF)

REGIE: David Wnendt BUCH: David Wnendt KAMERA: Jonas Schmager KOSTÜMBILD: Nicole Hutmacher SZENENBILD: Jenny Roesler DARSTELLER: Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Lukas Steltner PRODUKTION: Mafilm (Eva-Maire Martens) REDAKTION: Jörg Schneider ZDF


Hans Abich Preis an

Senta Berger 

 

Preis der Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg

Homevideo (ARTE / NDR / BR)