Begründung Sonderpreis für herausragende schauspielerische Leistung 2019

am 29. November 2019

Für seine außerordentliche schauspielerische Leistung in „Das Wunder von Wörgl“ möchten wir heute hier KARL MARKOVICS auszeichnen.

Er spielt den Bürgermeister Michael Unterguggenberger in diesem nach wahren Begebenheiten erzählten Film, im wahrsten Sinne des Wortes mit Leib und Seele. Fast möchte man sagen, Karl Markovics schaffe seiner Figur einen passenden historischen Körper, so sehr dringt er in jede Faser seiner Rolle und zeigt uns den für eine große gemeinsinnige Idee kämpfenden Lokführer in mitreißend, eindringlicher Weise.

Seine spielerische Anverwandlung erzählt dabei immer doppelbödig auch das Komische im Tragischen und umgekehrt und stattet so seine Figur mit einer vibrierenden Lebendigkeit aus.

Niemals sind seine spielerischen Entscheidungen dabei ausrechenbar, immer überrascht er uns mit einer neuen Volte und gibt so dem findigen und sich gegen alle Widerstände auflehnenden Bürgermeister von Wörgl auch jenseits der gesprochenen Worte eine entsprechende Form.

Durch sein Spiel und seine Präsenz erhält der Film mit seinem eigentlich spröden und anspruchsvollen Thema einer alternativen Geldwirtschaft in Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1932 ein empathisches Zentrum, das seine Zuschauer*innen zu jeder Zeit auch zur inhaltliche Auseinandersetzung und gedanklichen Durchdringung animiert.

Karl Markovics macht es uns spielerisch leicht, ohne es selbst leicht zu nehmen – im Gegenteil er spielt eben mit Leib und Seele.

Die Jury 2019
Christiane von Wahlert (Juryvorsitzende), Mehmet Akif Büyükatalay, Heike Hupertz, Leonhard Koppelmann, Simone Stewens